1
00:00:00,080 --> 00:00:03,760
Willkommen zu einer neuen Folge 
von Schlafreise durch das 

2
00:00:03,760 --> 00:00:08,080
Universum, deinem Podcast zum 
Entspannen, Loslassen und 

3
00:00:08,080 --> 00:00:10,880
lernen. 
Wenn dir der Podcast gefällt, 

4
00:00:10,960 --> 00:00:14,240
bewerte ihn bitte, das hilft 
uns, weitere Folgen zu 

5
00:00:14,240 --> 00:00:18,480
produzieren, dies ist wieder 
eine Koproduktion mit unserem 

6
00:00:18,480 --> 00:00:21,200
Podcast Wissensreise durch die 
Uhrzeit. 

7
00:00:22,000 --> 00:00:26,080
Wenn dich Themen wie Eiszeit, 
Dinosaurier, also im Endeffekt 

8
00:00:26,080 --> 00:00:30,000
alles interessiert, was vor 
einigen 10000 bis mehreren 

9
00:00:30,000 --> 00:00:34,080
Millionen Jahren vor und auf der
Erde war, schaue da mal vorbei 

10
00:00:34,400 --> 00:00:39,280
oder wenn du einfach mich als 
Sprecher magst, stellen wir uns 

11
00:00:39,280 --> 00:00:43,160
für einen Moment einen Planeten 
vor, der fast vollständig in Eis

12
00:00:43,160 --> 00:00:46,480
gehüllt ist. 
Eine Welt, in der die Ozeane bis

13
00:00:46,480 --> 00:00:49,120
weit in die Tropen hinein 
gefroren sind. 

14
00:00:49,520 --> 00:00:52,320
In der die Kontinente unter 
kilometerdicken Gletschern 

15
00:00:52,320 --> 00:00:56,760
liegen, in der Stürme über 
endlose weiße Flächen ziehen und

16
00:00:56,760 --> 00:01:01,120
der Himmel, weil die Atmosphäre 
kalt und trocken ist, in einer 

17
00:01:01,120 --> 00:01:05,040
Klarheit erstrahlt, die wir 
heute kaum kennen. 

18
00:01:06,240 --> 00:01:11,280
Über diesen Eiswüsten leuchtet 
klar wie selten zuvor. 

19
00:01:11,600 --> 00:01:15,280
Und selten danach. 
Ein nahezu ewig wirkender 

20
00:01:15,280 --> 00:01:19,280
Sternenhimmel, in dessen Licht 
sich die spiegelnden Flächen aus

21
00:01:19,280 --> 00:01:23,440
Frost, reif und altem 
Gletschereis silbern brechen. 

22
00:01:24,160 --> 00:01:28,640
So oder ähnlich könnte unsere 
Erde während jener Phasen 

23
00:01:28,640 --> 00:01:32,080
ausgesehen haben, die in den 
Geowissenschaften unter dem 

24
00:01:32,080 --> 00:01:34,880
Namen Schneeballerde geführt 
werden. 

25
00:01:35,360 --> 00:01:39,600
In dieser Folge nehmen wir uns 
Zeit, um langsam, sorgfältig und

26
00:01:39,600 --> 00:01:43,360
wissenschaftlich fundiert zu 
betrachten, wie es zu dieser 

27
00:01:43,360 --> 00:01:47,600
außerordentlichen Vereisung kam,
welche Belege heute dafür 

28
00:01:47,600 --> 00:01:51,800
sprechen, welche Lebewesen sie 
überstanden und welche Spuren 

29
00:01:51,800 --> 00:01:54,800
sie bis in unsere Gegenwart 
hinterlassen hat. 

30
00:01:55,920 --> 00:01:59,720
Die Idee, dass die Erde in ihrer
frühen Geschichte fast 

31
00:01:59,720 --> 00:02:03,440
vollständig zugefroren gewesen 
sein könnte, hat eine lange 

32
00:02:03,440 --> 00:02:08,160
Vorgeschichte. 
Bereits in den 1900 60er Jahren 

33
00:02:08,160 --> 00:02:12,720
stellte der australische Geologe
Brian Harland fest, dass sich in

34
00:02:12,720 --> 00:02:15,840
präkambrischen Gesteinen 
weltweit Spuren von 

35
00:02:15,840 --> 00:02:19,440
Gletschertätigkeit finden, und 
zwar bemerkenswerterweise auch 

36
00:02:19,440 --> 00:02:24,320
dort, wo die paleogeographische 
Rekonstruktion auf eine Lage in 

37
00:02:24,320 --> 00:02:28,480
den Tropen hinwies. 
Diese tropischen Eismarken 

38
00:02:28,480 --> 00:02:34,560
galten zunächst als Rätsel. 
In den 1990er Jahren griff der 

39
00:02:34,560 --> 00:02:38,760
amerikanische Geophysiker Joseph
Kirchwink den Gedanken auf und 

40
00:02:38,760 --> 00:02:45,840
prägte 1992 den Begriff Snowball
Earth, also Schneeball Erde für 

41
00:02:45,840 --> 00:02:49,800
ein Szenario, in dem die 
Vereisung tatsächlich global 

42
00:02:49,800 --> 00:02:53,840
gewesen wäre. 
Wenige Jahre später entwickelten

43
00:02:53,840 --> 00:02:57,920
der Geologe Paul Hoffman und der
Geochemiker Daniel Schrak. 

44
00:02:58,400 --> 00:03:02,320
Dieses Konzept zu einer 
umfassenden Theorie weiter, die 

45
00:03:02,320 --> 00:03:06,960
seit ihrer Veröffentlichung in 
Science im Jahr 1998 die 

46
00:03:06,960 --> 00:03:11,920
Forschung intensiv beschäftigt. 
Heute spricht die Mehrheit der 

47
00:03:11,920 --> 00:03:16,480
Fachwelt von mindestens 2 großen
Vereisungen im sogenannten 

48
00:03:16,640 --> 00:03:22,480
Neoproterozeucum, der jüngsten 
Ära des Präcambriums, die vor 

49
00:03:22,480 --> 00:03:29,600
1000 bis 541000000 Jahren lag. 
Die Ältere dieser Vereisungen 

50
00:03:29,600 --> 00:03:33,680
wird als sturtische Vereisung 
bezeichnet, benannt nach Sturt 

51
00:03:33,680 --> 00:03:37,920
in Südaustralien, wo 
entsprechende Gesteine zuerst 

52
00:03:37,920 --> 00:03:41,680
eingehend untersucht wurden. 
Sie wird heute auf einen 

53
00:03:41,680 --> 00:03:48,600
Zeitraum von etwa 717 bis 
660000000 Jahren datiert, die 

54
00:03:48,640 --> 00:03:52,240
jüngere Phase trägt den Namen 
Marinoanische Vereisung und 

55
00:03:52,240 --> 00:03:57,520
reichte etwa von 650 bis 
635000000 Jahren die. 

56
00:03:57,680 --> 00:04:00,560
Beide Phasen waren 
außergewöhnlich lang. 

57
00:04:00,720 --> 00:04:05,120
Die Sturtische dauerte 
vermutlich etwa 56000000 Jahre, 

58
00:04:05,520 --> 00:04:08,880
die Marinoanische etwa 15000000 
Jahre. 

59
00:04:09,840 --> 00:04:14,400
Zwischen ihnen lag eine wärmere 
sogenannte interglaziale Zeit, 

60
00:04:14,480 --> 00:04:17,200
in der die Erde zumindest 
zeitweise von der totalen 

61
00:04:17,200 --> 00:04:20,399
Vereisung befreit war, eine 
weitere. 

62
00:04:20,640 --> 00:04:26,000
Kürzere und regional begrenzte 
Vereisung die Gaskirs Glaziation

63
00:04:26,160 --> 00:04:31,280
ereignete sich vor etwa 
580000000 Jahren und wird heute 

64
00:04:31,280 --> 00:04:35,280
überwiegend nicht mehr als 
globaler Schneeball, sondern als

65
00:04:35,280 --> 00:04:40,800
regionale Eiszeit interpretiert.
Um zu verstehen, warum die Erde 

66
00:04:40,800 --> 00:04:44,640
zweimal in einen Zustand fast 
vollständiger Vereisung geraten 

67
00:04:44,640 --> 00:04:48,880
konnte, müssen wir uns die Welt 
des späten Proterozeukums vor 

68
00:04:48,880 --> 00:04:52,320
Augen führen. 
Es war eine Erde, deren 

69
00:04:52,320 --> 00:04:55,680
Atmosphäre bereits einen 
merklichen Sauerstoffgehalt 

70
00:04:55,680 --> 00:05:01,040
enthielt, vermutlich zwischen 
einigen wenigen und etwa 10% der

71
00:05:01,040 --> 00:05:05,680
heutigen Konzentration. 
Die Sonne war damals etwas 

72
00:05:05,680 --> 00:05:11,160
schwächer, etwa 5 bis 6% 
Strahlungsärmer als heute, die 

73
00:05:11,160 --> 00:05:15,320
Kontinente waren in Form eines 
Superkontinents namens Rhodinia 

74
00:05:15,320 --> 00:05:17,680
angeordnet, die. 
Der zu Beginn des 

75
00:05:17,680 --> 00:05:21,600
Neoproterozeukums noch 
zusammenhängend war und sich 

76
00:05:21,600 --> 00:05:24,560
dann in mehreren Phasen 
aufzulösen begann. 

77
00:05:25,200 --> 00:05:28,320
Diese tektonische 
Umstrukturierung spielte eine 

78
00:05:28,320 --> 00:05:33,680
entscheidende Rolle beim Zerfall
Rhodinias entstanden lange neue 

79
00:05:33,680 --> 00:05:37,760
Küstenlinien, Vulkanaktivität 
und ausgedehnte Bereiche 

80
00:05:37,760 --> 00:05:41,520
frischer Silikatgesteine, die 
der chemischen Verwitterung 

81
00:05:41,520 --> 00:05:45,520
ausgesetzt waren. 
Die chemische Verwitterung von 

82
00:05:45,520 --> 00:05:50,240
Silikaten bindet langfristig 
Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

83
00:05:51,200 --> 00:05:55,360
Über Millionen Jahre kann dieser
Prozess die Konzentration von 

84
00:05:55,360 --> 00:05:59,680
Treibhausgasen so weit senken, 
dass sich erste Eisschilde in 

85
00:05:59,680 --> 00:06:04,480
höheren Breiten bilden. 
Sobald aber Eis und Schnee große

86
00:06:04,480 --> 00:06:08,240
Flächen bedecken, verändert sich
die Energiebilanz des Planeten. 

87
00:06:09,200 --> 00:06:13,360
Weiße Flächen reflektieren das 
Sonnenlicht stärker als dunkle 

88
00:06:13,360 --> 00:06:17,680
Meere oder Wälder. 
Ihre Albedo ist deutlich höher, 

89
00:06:18,240 --> 00:06:22,240
je größer die vereisten Bereiche
werden, desto mehr Sonnenenergie

90
00:06:22,240 --> 00:06:26,240
wird ins All zurückgeworfen und 
desto kälter wird das Klima. 

91
00:06:27,120 --> 00:06:31,040
Klimamodelle zeigen, dass sich 
dieser sogenannte Albedo 

92
00:06:31,040 --> 00:06:35,120
Rückkopplungsprozess bei 
ausreichender Vereisung in eine 

93
00:06:35,120 --> 00:06:39,280
globale Eis albedo Katastrophe 
verwandeln kann. 

94
00:06:40,560 --> 00:06:43,200
Wird ein bestimmter 
Schwellenwert überschritten, 

95
00:06:43,440 --> 00:06:47,800
etwa wenn das Eis die mittleren 
Breiten überschreitet, gerät das

96
00:06:47,800 --> 00:06:52,160
System aus dem Gleichgewicht und
die Vereisung läuft sich selbst 

97
00:06:52,160 --> 00:06:54,800
verstärkend bis zu den Tropen 
hinunter. 

98
00:06:55,520 --> 00:06:59,920
Modelle von Budico, Sellers und 
später von Hoffman, Pierre 

99
00:06:59,920 --> 00:07:03,280
Rambert und anderen sprechen 
seit Jahrzehnten von einer 

100
00:07:03,280 --> 00:07:06,760
kritischen Grenze, ab der ein 
schneeballzustand 

101
00:07:06,760 --> 00:07:10,080
Thermodynamisch nahezu 
unausweichlich wird. 

102
00:07:11,040 --> 00:07:14,560
Wie aber kann man heute zeigen, 
dass es eine solche Vereisung 

103
00:07:14,560 --> 00:07:19,760
tatsächlich gegeben hat? 
Die wichtigsten Belege liefern 

104
00:07:19,760 --> 00:07:24,320
Gesteine, die in dieser Zeit 
abgelagert wurden, in Namibia. 

105
00:07:24,720 --> 00:07:29,160
In Südchina, in Schottland, in 
Australien, in Kanada und in 

106
00:07:29,160 --> 00:07:33,920
Spitzbergen finden sich 
sogenannte Diamiktite, schlecht 

107
00:07:33,920 --> 00:07:38,000
sortierte Sedimente, in denen 
große Gesteinsbrocken in einer 

108
00:07:38,000 --> 00:07:41,040
feinkörnigen Matrix eingebettet 
sind. 

109
00:07:41,760 --> 00:07:46,800
Solche Gesteine entstehen, wenn 
Eisberge oder Gletscher Material

110
00:07:46,800 --> 00:07:51,120
transportieren und es im Meer 
oder auf dem Land ungeordnet 

111
00:07:51,120 --> 00:07:54,480
ablagern. 
In manchen dieser Schichten 

112
00:07:54,480 --> 00:07:58,560
lassen sich sogar einzelne 
Steine erkennen, die feine 

113
00:07:58,560 --> 00:08:02,880
Sedimentlagen am Meeresboden so 
eingedrückt haben, wie es nur 

114
00:08:02,880 --> 00:08:07,440
geschehen kann, wenn ein vom Eis
getragener Stein in das ruhige 

115
00:08:07,440 --> 00:08:12,160
Meeressediment Hineinfällt. 
Diese sogenannten Dropstones 

116
00:08:12,160 --> 00:08:15,680
gelten als nahezu 
unmissverständliche Spuren von 

117
00:08:15,680 --> 00:08:19,400
Gletschertätigkeit. 
Besonders überraschend ist die 

118
00:08:19,400 --> 00:08:23,040
geografische Lage dieser Spuren 
zurzeit ihrer Entstehung. 

119
00:08:23,840 --> 00:08:27,840
Paläomagnetische Untersuchungen 
von Joe Kirschwink Garlin, 

120
00:08:27,840 --> 00:08:32,000
Halverson David Evans und 
anderen zeigen, dass viele 

121
00:08:32,000 --> 00:08:36,159
dieser Eisspuren in Gebieten 
abgelagert wurden, die damals in

122
00:08:36,159 --> 00:08:38,960
tropischen oder subtropischen 
Breiten Lagen. 

123
00:08:39,679 --> 00:08:43,120
Die Anwesenheit von Eis und 
Gletschern in den Tropen lässt 

124
00:08:43,120 --> 00:08:46,880
sich mit einer normalen Eiszeit,
in der nur die Pole vereist 

125
00:08:46,880 --> 00:08:51,120
sind, nicht erklären. 
Sie deutet auf eine Vereisung 

126
00:08:51,120 --> 00:08:55,040
hin, die deutlich weiter 
reichte, als es zu jeder anderen

127
00:08:55,040 --> 00:09:00,080
Phase der Erdgeschichte geschah.
Ein weiterer Schlüssel liegt in 

128
00:09:00,080 --> 00:09:03,280
den geochemischen Daten, vor 
allem in den Verhältnissen 

129
00:09:03,280 --> 00:09:08,560
stabiler Kohlenstoffisotope. 
Im Verlauf der Schneeballphasen 

130
00:09:08,560 --> 00:09:12,000
zeigen die Carbonatgesteine 
einen markanten Einbruch der 

131
00:09:12,000 --> 00:09:15,960
schwereren Kohlenstoffvariante. 
Ein Hinweis darauf, dass die 

132
00:09:15,960 --> 00:09:20,240
biologische Produktion in den 
Ozeanen stark eingeschränkt war.

133
00:09:21,040 --> 00:09:25,840
Lebewesen bevorzugen das 
leichtere Kohlenstoffisotop und 

134
00:09:25,840 --> 00:09:29,040
wenn weniger organisches 
Material gebildet und in 

135
00:09:29,040 --> 00:09:32,080
Sedimenten begraben wird, 
verschiebt sich das 

136
00:09:32,080 --> 00:09:36,720
Isotopensignal der anorganischen
Karbonate in Richtung leichterer

137
00:09:36,720 --> 00:09:40,400
Werte. 
Diese sogenannten negativen 

138
00:09:40,400 --> 00:09:43,840
Karbonisotopen. 
Exkursionen sind in den 

139
00:09:43,840 --> 00:09:48,400
Schneeball Episoden weltweit 
nachweisbar und gehören zu den 

140
00:09:48,400 --> 00:09:52,800
Robustesten belegen für eine 
globale biologische Krise. 

141
00:09:53,840 --> 00:09:57,120
Im Anschluss an die Vereisungen 
folgte jeweils eine 

142
00:09:57,120 --> 00:10:01,520
ungewöhnliche geochemische 
Phase, in der die Eisspuren von 

143
00:10:01,520 --> 00:10:05,520
dicken Schichten carbonatreichen
Gesteins überlagert wurden, 

144
00:10:05,840 --> 00:10:11,960
sogenannten Cap carbonates. 
Diese Carbonatdecken, die in 

145
00:10:11,960 --> 00:10:15,800
Namibia, Südchina, Australien 
und vielen anderen Regionen 

146
00:10:15,800 --> 00:10:19,520
bekannt sind, werden als Spuren 
extrem warmer, 

147
00:10:19,600 --> 00:10:23,600
kohlenstoffreicher Bedingungen 
direkt nach dem Auftauen der 

148
00:10:23,600 --> 00:10:28,320
vereisten Welt gedeutet. 
Sie sind so dick, so weit 

149
00:10:28,320 --> 00:10:32,320
verbreitet und chemisch so 
eigentümlich, dass sie nur 

150
00:10:32,320 --> 00:10:35,680
schwer mit einer normalen 
Erwärmung erklärt werden können.

151
00:10:36,880 --> 00:10:41,520
Die heute meistdiskutierte 
Erklärung lautet, dass am Ende 

152
00:10:41,520 --> 00:10:45,400
der Schneeballphase die 
vulkanische Tätigkeit, die 

153
00:10:45,400 --> 00:10:49,440
während der Vereisung 
weiterlief, Kohlendioxid in der 

154
00:10:49,440 --> 00:10:53,600
Atmosphäre auf extrem hohe 
Konzentrationen anreicherte, 

155
00:10:53,920 --> 00:10:57,280
vermutlich ein Vielfaches der 
heutigen Werte. 

156
00:10:58,320 --> 00:11:02,400
Sobald die Albedo Rückkopplung 
durchbrochen war, sei es durch 

157
00:11:02,400 --> 00:11:06,080
lokales Schmelzen in den Tropen 
oder durch das Erreichen einer 

158
00:11:06,080 --> 00:11:09,040
kritischen 
Treibhausgaskonzentration, kam 

159
00:11:09,040 --> 00:11:13,680
es zu einem raschen Übergang in 
einen extremen Treibhauszustand.

160
00:11:14,240 --> 00:11:17,760
In dieser Phase verstärkte sich 
die chemische Verwitterung an 

161
00:11:17,760 --> 00:11:21,840
Land massiv, große Mengen 
Kalzium und Magnesium gelangten 

162
00:11:21,840 --> 00:11:25,360
in die Ozeane und die 
Carbonatfällung erreichte 

163
00:11:25,360 --> 00:11:28,880
außergewöhnliche Ausmaße. 
Stellt man sich diese 

164
00:11:28,880 --> 00:11:32,960
Übergangszeit konkret vor, so 
erscheint sie wie ein doppelter 

165
00:11:32,960 --> 00:11:37,360
Schock, eingerahmt von langen, 
scheinbar ereignisarmen Phasen. 

166
00:11:38,000 --> 00:11:42,640
Über Jahrmillionen herrschte 
tiefe Kälte mit Eisflächen, die 

167
00:11:42,640 --> 00:11:47,160
im Sommer kaum schmolzen, mit 
ausgedehnten Schneestürmen, die 

168
00:11:47,160 --> 00:11:51,760
feines Material über tausende 
Kilometer transportierten, mit 

169
00:11:51,760 --> 00:11:56,640
eisigen Winden, die Polare wie 
äquatoriale Regionen ähnlich 

170
00:11:56,640 --> 00:12:01,840
kühl hielten. 
Dann, in einem geologisch kurzen

171
00:12:01,840 --> 00:12:06,320
Augenblick, vielleicht innerhalb
weniger jahrzehntausende, kippte

172
00:12:06,320 --> 00:12:12,000
das System die Atmosphäre mit 
Kohlendioxid bis weit über jeden

173
00:12:12,000 --> 00:12:15,440
heutigen Wert hinaus 
angereichert erwärmte sich 

174
00:12:15,520 --> 00:12:20,640
rasant, die Eismassen begannen 
zu schmelzen, riesige Mengen 

175
00:12:20,640 --> 00:12:23,160
Schmelzwasser strömten in die 
Ozeane und. 

176
00:12:23,200 --> 00:12:28,000
Der Meeresspiegel stieg, Wellen 
rauschten erstmals seit langer 

177
00:12:28,000 --> 00:12:32,240
Zeit über zuvor trockene 
Schelfregionen und die Tropen 

178
00:12:32,240 --> 00:12:35,120
wurden zu einer feuchtheißen 
Welt mit hoher 

179
00:12:35,120 --> 00:12:39,760
Verwitterungsaktivität. 
Eine der spannendsten Fragen 

180
00:12:39,760 --> 00:12:44,720
lautet, wie das Leben diese 
Phasen überstand, bis in die 

181
00:12:44,720 --> 00:12:48,560
1990er Jahre vermuteten manche 
Forschende die. 

182
00:12:48,800 --> 00:12:51,680
Dass eine Welt unter 
geschlossenem Eis nicht 

183
00:12:51,680 --> 00:12:55,360
bewohnbar sein konnte, dass 
Photosynthese unter dicken 

184
00:12:55,360 --> 00:13:00,080
Gletschern nahezu unmöglich wäre
und dass das gesamte Leben vor 

185
00:13:00,080 --> 00:13:05,440
dem Aussterben gestanden habe. 
Spätere Funde zeigten jedoch ein

186
00:13:05,440 --> 00:13:09,160
differenzierteres Bild, die 
Forschung von Andrew Knowle. 

187
00:13:09,440 --> 00:13:13,120
Nicholas Butterfield und vielen 
allen anderen, die Mikrofossile 

188
00:13:13,120 --> 00:13:17,400
Reste, organische Geochemikalien
und Spuren mehrzelliger 

189
00:13:17,400 --> 00:13:22,320
Eukaryoten in Sedimenten aus der
Zeit vor, zwischen und nach den 

190
00:13:22,320 --> 00:13:26,000
Vereisungen analysiert hat, 
weist auf eine deutliche, aber 

191
00:13:26,000 --> 00:13:29,680
nicht totale Reduktion der 
biologischen Vielfalt hin. 

192
00:13:30,560 --> 00:13:34,400
Vermutlich gab es lokale 
Refugien, in denen Photosynthese

193
00:13:34,400 --> 00:13:38,240
möglich blieb, etwa in dünn 
vereisten Bereichen entlang der 

194
00:13:38,240 --> 00:13:42,880
Äquatorzonen, in heißen Quellen 
in Subglazialen 

195
00:13:42,880 --> 00:13:47,840
Schmelzwasserbecken oder in der 
sogenannten Cryoconite, Kleinen,

196
00:13:48,000 --> 00:13:52,000
durch dunkles Staubmaterial 
angeheizten Wasseransammlungen 

197
00:13:52,000 --> 00:13:56,800
auf der Eisoberfläche. 
Dort konnten Cyanobakterien und 

198
00:13:56,800 --> 00:14:01,040
einfache Eukaryoten weiterleben,
wenn auch in stark reduzierten 

199
00:14:01,040 --> 00:14:04,880
Populationen. 
Eine Alternative, weniger 

200
00:14:04,880 --> 00:14:09,040
drastische Variante des Modells 
ist die sogenannte Slushball 

201
00:14:09,040 --> 00:14:13,760
Earth, also der Matschball, in 
der die Vereisung zwar global 

202
00:14:13,760 --> 00:14:18,240
ausgeprägt war, die Tropen 
jedoch ein schmales Band offenen

203
00:14:18,240 --> 00:14:21,040
oder dünn vereisten Wassers 
behielten. 

204
00:14:21,840 --> 00:14:25,440
In diesem Modell hätte die 
Photosynthese Großräumiger 

205
00:14:25,440 --> 00:14:28,800
weiterlaufen können, ohne dass 
die Vereisung in ihrer 

206
00:14:28,800 --> 00:14:32,240
geochemischen Wirkung wesentlich
abgeschwächt wäre. 

207
00:14:33,040 --> 00:14:36,080
Die Forschung diskutiert 
zwischen diesen Modellen vor 

208
00:14:36,080 --> 00:14:40,400
allem auf der Grundlage feinerer
geochemischer Daten und neuer 

209
00:14:40,400 --> 00:14:44,560
paläomagnetischer Befunde 
allgemein gilt, dass die 

210
00:14:44,560 --> 00:14:47,680
marinoanische Vereisung 
möglicherweise näher an der 

211
00:14:47,680 --> 00:14:52,160
reinen Schneeballvariante lag. 
Während die sturtische Phase im 

212
00:14:52,160 --> 00:14:56,600
Detail noch stärker 
rekonstruiert werden, muss, nach

213
00:14:56,600 --> 00:15:00,080
den Vereisungen begann eine 
Zeit, in der die Biosphäre 

214
00:15:00,080 --> 00:15:04,640
tiefgreifend umgestaltet wurde. 
Schon vor den Schneeballphasen 

215
00:15:04,720 --> 00:15:09,760
existierten erste eukaryotische 
Algen, einfache Pilze und 

216
00:15:09,760 --> 00:15:14,240
vielfältige Protisten. 
Nach dem Ende der marinoanischen

217
00:15:14,240 --> 00:15:20,480
Vereisung jedoch im sogenannten 
E Diakarium, also vor etwa 635 

218
00:15:20,480 --> 00:15:26,080
bis 541000000 Jahren, tauchen 
erstmals weichkörperige 

219
00:15:26,160 --> 00:15:30,400
mehrzellige Organismen in der 
Form auf, die in den berühmten 

220
00:15:30,400 --> 00:15:34,960
Fossilien von Mistakenpoint in 
Neufundland von e. 

221
00:15:34,960 --> 00:15:38,960
Diakara in Südaustralien und vom
Weißen Meer in Russland 

222
00:15:38,960 --> 00:15:43,520
überliefert ist. 
Diese Edia Carafauna umfasst 

223
00:15:43,520 --> 00:15:49,200
Lebewesen wie Dickinsonia, 
Jarnia und Sprigina, die ein bis

224
00:15:49,200 --> 00:15:52,800
heute nicht restlos geklärtes 
Verwandtschaftsverhältnis zu 

225
00:15:52,800 --> 00:15:56,960
späteren Tieren haben, die aber 
nach allem, was wir wissen, die 

226
00:15:56,960 --> 00:16:01,280
ersten großen mehrzelligen 
Lebensformen darstellen. 

227
00:16:01,840 --> 00:16:05,120
Forschende wie Mary Droser. 
Gainer Bonn. 

228
00:16:05,200 --> 00:16:09,040
Jim Gailing und Shu Hai Shao 
haben in den letzten Jahrzehnten

229
00:16:09,040 --> 00:16:13,040
viele dieser Fossilien neu 
analysiert und gezeigt, wie 

230
00:16:13,040 --> 00:16:16,000
reichhaltig die Ökosysteme 
bereits gewesen sind. 

231
00:16:16,560 --> 00:16:20,160
Der Zusammenhang zwischen 
Schneeball, Erde und E. 

232
00:16:20,160 --> 00:16:24,960
Dia Cara Fauna ist Gegenstand 
intensiver Diskussion, eine 

233
00:16:24,960 --> 00:16:28,280
einflussreiche Hypothese lautet.
Dass die extremen 

234
00:16:28,280 --> 00:16:31,760
Klimaschwankungen, der starke 
Wechsel von Eis zu 

235
00:16:31,760 --> 00:16:35,280
Treibhausbedingungen und die 
damit verbundenen Veränderungen 

236
00:16:35,280 --> 00:16:39,040
in der ozeanischen 
Sauerstoffversorgung biologisch 

237
00:16:39,040 --> 00:16:42,280
wirkten wie ein Reset, der 
bestehende ökologische 

238
00:16:42,280 --> 00:16:47,440
Strukturen zerstörte und Raum 
für völlig neue Lebensformen 

239
00:16:47,440 --> 00:16:50,400
schuf. 
Andere Modelle, etwa von 

240
00:16:50,400 --> 00:16:54,960
Donadieu, Gauderis oder Lenton, 
betonen die Rolle der 

241
00:16:54,960 --> 00:16:58,080
Nährstoffflüsse. 
Vor allem von Phosphor, die im 

242
00:16:58,080 --> 00:17:02,000
Anschluss an die Vereisungen in 
den Meeren stark zunahmen und 

243
00:17:02,000 --> 00:17:06,079
damit eine grundlegende 
Voraussetzung für komplexere 

244
00:17:06,240 --> 00:17:08,960
sauerstoffabhängige Lebensformen
schufen. 

245
00:17:09,560 --> 00:17:13,720
Es ist gut möglich, dass beide 
Effekte zusammenspielten und 

246
00:17:13,720 --> 00:17:17,200
dass die Schneeballerde damit 
nicht nur eine fast 

247
00:17:17,200 --> 00:17:20,400
existenzielle Bedrohung. 
Sondern auch eine Art 

248
00:17:20,480 --> 00:17:24,960
evolutionärer Engpass war, durch
den das Leben in eine neue, 

249
00:17:25,119 --> 00:17:30,880
vielfältigere Phase trat. 
Faszinierend ist auch die Frage,

250
00:17:31,040 --> 00:17:34,720
wie eine Schneeballerde 
gerochen, geklungen und 

251
00:17:34,720 --> 00:17:38,320
ausgesehen haben könnte, wenn 
wir sie hätten besuchen können. 

252
00:17:38,960 --> 00:17:43,520
In den Tropen lagen vermutlich 
zumindest zeitweise weite 

253
00:17:43,520 --> 00:17:47,680
Flächen aus blauem, 
Kristallklarem Eis, durchzogen 

254
00:17:47,680 --> 00:17:51,120
von feinen Rissen, in denen 
Schmelzwasser glitzerte. 

255
00:17:51,920 --> 00:17:55,760
An vulkanischen Inseln stiegen 
Dampfsäulen in den kalten Himmel

256
00:17:55,920 --> 00:17:59,520
und an einigen Stellen 
paschotginnen tropfte heißes 

257
00:17:59,520 --> 00:18:03,360
Wasser aus geothermalen Quellen 
über die Ränder gefrorener 

258
00:18:03,360 --> 00:18:08,160
Lagunen, die Atmosphäre kalt und
stickstoffreich war erstaunlich 

259
00:18:08,160 --> 00:18:10,560
klar die. 
Und in dieser Klarheit erschien 

260
00:18:10,560 --> 00:18:15,600
der Sternenhimmel mit großer 
Strahlkraft, da die Atmosphäre 

261
00:18:15,600 --> 00:18:19,360
weniger Wasserdampf enthielt, 
war die Lichtstreuung geringer 

262
00:18:19,360 --> 00:18:24,080
als in einem feuchten Klima, so 
dass Sonne und Mond ungewöhnlich

263
00:18:24,080 --> 00:18:27,960
scharfe Konturen zeigten. 
Bei Nacht konnte man die 

264
00:18:27,960 --> 00:18:33,000
Milchstraße ungetrübt sehen, das
Zentrum unserer Galaxie zog sich

265
00:18:33,000 --> 00:18:36,240
wie ein silbern leuchtendes Band
über die Eisflächen. 

266
00:18:36,560 --> 00:18:40,640
Und der Mondstand, vermutlich 
heller und einsamer am Himmel 

267
00:18:40,800 --> 00:18:45,600
als heute, da seine Bahn damals 
der Erde etwas näher gewesen 

268
00:18:45,600 --> 00:18:48,720
sein dürfte. 
Über Kilometerweite 

269
00:18:48,720 --> 00:18:52,880
Schneeflächen rieselte das 
Sternenlicht in einer Weise, wie

270
00:18:52,880 --> 00:18:57,280
wir es heute höchstens in den 
klarsten Nächten der Antarktis 

271
00:18:57,280 --> 00:19:01,360
erleben können. 
Es ist ein Bild, das uns die 

272
00:19:01,360 --> 00:19:04,960
Erde als kalte, aber nicht tote 
Welt zeigt. 

273
00:19:05,280 --> 00:19:09,040
In der sich die Spuren des 
Lebens auf wenige, oft 

274
00:19:09,040 --> 00:19:12,800
mikroskopische Refugien 
zurückgezogen hatten, in denen 

275
00:19:12,800 --> 00:19:15,840
aber ein langes, Geduldiges 
warten möglich war. 

276
00:19:16,880 --> 00:19:20,320
Heute begleitet uns die 
Schneeballerde nicht nur als 

277
00:19:20,320 --> 00:19:24,160
historische Episode, sondern 
auch als Mahnung, wie 

278
00:19:24,160 --> 00:19:27,680
empfindlich Klima und Leben 
miteinander verbunden sind. 

279
00:19:28,320 --> 00:19:31,160
Die enormen 
Treibhausgaskonzentrationen, die

280
00:19:31,160 --> 00:19:34,720
das System aus dem Eis 
befreiten, zeigen, dass das 

281
00:19:34,720 --> 00:19:38,400
Klimasystem grundsätzlich 
zwischen sehr unterschiedlichen 

282
00:19:38,400 --> 00:19:41,760
Zuständen wechseln kann, wenn 
bestimmte Schwellen 

283
00:19:41,760 --> 00:19:45,440
überschritten werden. 
Sie verdeutlichen zugleich, wie 

284
00:19:45,440 --> 00:19:49,680
wirkungsvoll Treibhausgase wie 
Kohlendioxid sind, wenn sie über

285
00:19:49,680 --> 00:19:52,840
lange Zeit in der Atmosphäre 
verbleiben, die. 

286
00:19:53,040 --> 00:19:57,280
Auf der anderen Seite stehen 
Eis, albedo, Rückkopplungen, die

287
00:19:57,280 --> 00:20:01,200
zeigen, wie schnell sich eine 
Welt abkühlen kann, wenn helle 

288
00:20:01,200 --> 00:20:04,240
Flächen wachsen. 
Heute betrifft uns vor allem das

289
00:20:04,240 --> 00:20:08,960
umgekehrte Problem, der Verlust 
polarer Eismassen, der durch 

290
00:20:08,960 --> 00:20:12,280
dunklere Meeres und Landflächen 
die Erwärmung weiter 

291
00:20:12,280 --> 00:20:16,480
beschleunigt. 
Die Schneeballerde, sofern sie 

292
00:20:16,480 --> 00:20:20,800
liegt, ist damit nicht nur ein 
historisches Kuriosum, sondern 

293
00:20:20,800 --> 00:20:24,080
auch ein lehrreiches 
Naturexperiment, das uns 

294
00:20:24,080 --> 00:20:27,920
Hinweise gibt, wie wir die 
heutige Klimadynamik besser 

295
00:20:27,920 --> 00:20:32,320
einordnen können. 
Auch für die Astrobiologie sind 

296
00:20:32,320 --> 00:20:35,640
diese alten Vereisungen 
bemerkenswert, auf anderen 

297
00:20:35,640 --> 00:20:39,600
Welten, etwa auf den 
Eisbedeckten Monden Europa oder 

298
00:20:39,600 --> 00:20:42,560
Enceladus. 
Könnten Bedingungen herrschen, 

299
00:20:42,640 --> 00:20:47,360
die in mancher Hinsicht an eine 
Schneeballphase erinnern, wenn 

300
00:20:47,360 --> 00:20:51,120
Leben auf der Erde solche 
Zustände überdauern konnte, wenn

301
00:20:51,120 --> 00:20:55,440
lokale Refugien und mikrobielle 
Gemeinschaften ausreichten, um 

302
00:20:55,440 --> 00:20:59,280
eine Vereisung von dutzenden 
Millionen Jahren zu überstehen, 

303
00:20:59,360 --> 00:21:03,440
dann ist es nicht abwegig, 
Lebensformen auch unter einer 

304
00:21:03,440 --> 00:21:07,680
dicken Eisschicht in einem 
entfernten Sonnensystem für 

305
00:21:07,680 --> 00:21:11,760
möglich zu halten. 
Die Forschung an Creo Connights 

306
00:21:11,840 --> 00:21:15,840
an mikrobiellen Gemeinschaften 
in Eisbedeckten antarktischen 

307
00:21:15,840 --> 00:21:20,040
Seen, an extremen Habitaten auf 
Spitzbergen und in den Bergen 

308
00:21:20,040 --> 00:21:24,240
Tibets liefert deshalb nicht nur
Erkenntnisse über die irdische 

309
00:21:24,240 --> 00:21:28,880
Vergangenheit, sondern auch über
mögliche Lebensorte jenseits 

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unseres Planeten. 
Wenn wir diese Reise nun langsam

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ausklingen lassen. 
Dann mit dem Bild einer Erde, 

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die einmal so kalt war, wie wir 
sie uns kaum vorstellen können, 

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in der das Leben sich an wenige 
Stellen zurückzog, an denen 

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Wasser flüssig und Licht 
ausreichend war und in der 

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dennoch nichts völlig verloren 
ging. 

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Die mikrobiellen Gemeinschaften,
die diese Zeit überdauerten, 

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sind die Vorfahren der 
unzähligen Pflanzen, Tiere und 

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Menschen, die heute auf unserem 
Planeten leben. 

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Ihre Geduld, ihr beharrliches 
Weitermachen unter extremen 

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Bedingungen ist eine stille 
Erinnerung daran, wie wertvoll 

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die Räume sind, in denen das 
Leben seine Vielfalt entfalten 

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kann. 
Es liegt an uns, die heutigen 

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Refugien der Biosphäre von den 
polaren Regionen bis zu 

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tropischen Wäldern, von Mooren 
und Feuchtgebieten bis zu 

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Korallenriffen und 
Hochgebirgsseen. 

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In einer Weise zu behandeln, die
ihre Tragfähigkeit nicht 

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überschreitet. 
Und es liegt an uns, jene Räume 

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des Zusammenlebens zu schützen, 
in denen Wissen offen geteilt 

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wird, in denen unterschiedliche 
Stimmen gehört werden und in 

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denen Entscheidungen so 
getroffen werden können, dass 

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sie auch jenen gerecht werden, 
die nach uns kommen. 

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Aus dem Sternenlicht über einer 
vereisten Welt strahlt eine 

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ruhige, geduldige Botschaft zu 
uns herüber, dass das Leben Wege

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findet, dort, wo wir Räume 
zulassen, in denen es atmen und 

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00:23:09,600 --> 00:23:11,200
sich weiterentwickeln darf.
