1
00:00:00,080 --> 00:00:03,760
Willkommen zu einer neuen Folge 
von Schlafreise durch vergessene

2
00:00:03,760 --> 00:00:07,680
Welten, deinem Podcast zum 
Entspannen, Loslassen und 

3
00:00:07,680 --> 00:00:10,760
lernen. 
Dies ist eine Kooperation mit 

4
00:00:10,760 --> 00:00:16,079
der neuen Serie Schlafreise 
durch Mythen und Legenden wenn 

5
00:00:16,079 --> 00:00:19,760
dich diese Themen interessieren,
schaue gerne dort vorbei. 

6
00:00:20,800 --> 00:00:24,560
Es gibt Bilder, die so kraftvoll
und so tröstlich sind, dass sie 

7
00:00:24,560 --> 00:00:28,960
über Jahrtausende hinweg von 
Kultur zu Kultur weitergereicht 

8
00:00:28,960 --> 00:00:32,720
wurden und die bis heute in 
unserer Sprache und unserem 

9
00:00:32,720 --> 00:00:38,560
Denken lebendig sind. 
Das Bild des Vogels Phönix, der 

10
00:00:38,560 --> 00:00:42,160
aus seiner eigenen Asche 
wiedergeboren wird, gehört 

11
00:00:42,160 --> 00:00:46,080
zweifellos zu diesen großen, 
dauerhaften Sinnbildern der 

12
00:00:46,080 --> 00:00:49,680
Menschheit. 
Wenn wir heute davon sprechen, 

13
00:00:49,680 --> 00:00:54,080
dass etwas wie ein Phönix aus 
der Asche aufsteigt, so meinen 

14
00:00:54,080 --> 00:00:56,800
wir damit eine 
Wiederauferstehung aus tiefstem 

15
00:00:56,800 --> 00:00:59,520
Niedergang. 
Einen neuen Anfang nach 

16
00:00:59,520 --> 00:01:02,000
scheinbar vollständiger 
Zerstörung. 

17
00:01:02,320 --> 00:01:06,480
Und dieses Bild ist so vertraut,
dass wir kaum noch innehalten, 

18
00:01:06,560 --> 00:01:11,360
um über seine Herkunft und seine
tiefe Bedeutung nachzudenken. 

19
00:01:12,080 --> 00:01:16,720
Lehne dich also zurück. 
Atme ruhig und gleichmäßig und 

20
00:01:16,720 --> 00:01:20,000
lass dich mitnehmen auf eine 
Reise zu diesem wunderbaren, 

21
00:01:20,000 --> 00:01:24,080
mythischen Wesen, das in den 
Kulturen des Altertums als 

22
00:01:24,080 --> 00:01:28,480
Sinnbild der Erneuerung, der 
Unsterblichkeit und des ewigen 

23
00:01:28,480 --> 00:01:32,400
Kreislaufs von Sterben und 
werden verehrt wurde und dessen 

24
00:01:32,400 --> 00:01:37,200
Geschichte uns bis heute Trost 
und Hoffnung zu spenden vermag. 

25
00:01:38,400 --> 00:01:41,680
Der Mythos vom Phönix, wie er 
uns in der griechisch römischen 

26
00:01:41,680 --> 00:01:46,080
Überlieferung begegnet, erzählt 
von einem wunderbaren Vogel, von

27
00:01:46,080 --> 00:01:48,480
außergewöhnlicher Schönheit und 
Pracht. 

28
00:01:49,120 --> 00:01:53,440
Der Phönix wurde beschrieben als
ein Vogel von der Größe eines 

29
00:01:53,440 --> 00:01:56,960
Adlers mit einem prächtigen 
Gefieder, das in den 

30
00:01:56,960 --> 00:02:01,600
leuchtendsten Farben schimmerte,
in goldenem Glanz und purpurnem 

31
00:02:01,600 --> 00:02:06,400
Rot in Farben, die an das Feuer 
und an die untergehende Sonne 

32
00:02:06,400 --> 00:02:10,320
erinnerten. 
Es hieß, dass es zu jederzeit 

33
00:02:10,320 --> 00:02:14,320
nur einen einzigen Phönix auf 
der ganzen Welt gebe, ein 

34
00:02:14,320 --> 00:02:18,800
einzigartiges Wesen ohne 
Artgenossen, ohne Gefährten, das

35
00:02:18,800 --> 00:02:22,560
ein außerordentlich langes Leben
führte, das nach den 

36
00:02:22,560 --> 00:02:26,480
verschiedenen Überlieferungen 
mehrere 100 Jahre währte. 

37
00:02:26,800 --> 00:02:31,600
In manchen Erzählungen 500 
Jahre, in anderen noch weit 

38
00:02:31,600 --> 00:02:34,640
länger. 
Dieser Vogel lebte. 

39
00:02:35,120 --> 00:02:39,280
So erzählten es die alten 
Dichter in einem fernen Land im 

40
00:02:39,280 --> 00:02:43,040
Osten, in der Nähe des Ortes, an
dem die Sonne aufgeht. 

41
00:02:43,120 --> 00:02:47,120
Und er nährte sich nicht wie 
andere Vögel von gewöhnlicher 

42
00:02:47,120 --> 00:02:51,400
Nahrung, sondern von den feinen 
Düften und dem Tau, von 

43
00:02:51,400 --> 00:02:53,840
Wohlriechenden Harzen und 
Gewürzen. 

44
00:02:54,960 --> 00:02:59,120
So lebte der Phönix in einsamer 
Pracht, ein Wesen von 

45
00:02:59,120 --> 00:03:03,280
vollkommener Schönheit, das die 
langen Zeiträume seines Daseins 

46
00:03:03,280 --> 00:03:06,800
in der Ferne verbrachte. 
Fern von den Menschen, die nur 

47
00:03:06,800 --> 00:03:10,960
in seltenen, kostbaren 
Augenblicken einen Blick auf ihn

48
00:03:10,960 --> 00:03:15,440
erhaschen konnten. 
Das eigentliche Geheimnis und 

49
00:03:15,440 --> 00:03:19,040
der Kern des Mythos aber liegt 
in der wunderbaren Art und 

50
00:03:19,040 --> 00:03:22,720
Weise, wie der Phönix sein Leben
beschloss und zugleich 

51
00:03:22,720 --> 00:03:26,560
erneuerte. 
Wenn das Ende seiner langen 

52
00:03:26,560 --> 00:03:30,800
Lebensspanne nahte, wenn der 
Vogel spürte, dass seine Zeit 

53
00:03:30,800 --> 00:03:35,400
gekommen war, so bereitete er 
sich, so erzählt der Mythos, auf

54
00:03:35,400 --> 00:03:39,440
seine Verwandlung vor. 
Er baute sich ein Nest aus den 

55
00:03:39,440 --> 00:03:44,160
Wohlriechendsten Zweigen und 
Harzen, aus Myrrhe und Weihrauch

56
00:03:44,240 --> 00:03:49,200
und anderen kostbaren, duftenden
Stoffen, und dieses Nest wurde 

57
00:03:49,200 --> 00:03:52,160
zugleich zu seinem 
Scheiterhaufen und zur Wiege 

58
00:03:52,160 --> 00:03:55,920
seiner Wiedergeburt er. 
In manchen Überlieferungen 

59
00:03:55,920 --> 00:03:59,520
entzündete sich dieses Nest 
durch die Strahlen der Sonne 

60
00:03:59,680 --> 00:04:04,240
oder durch die eigene Hitze des 
Vogels und der Phönix verbrannte

61
00:04:04,240 --> 00:04:07,200
in den Flammen, wurde 
vollständig zu Asche. 

62
00:04:08,320 --> 00:04:13,840
Doch dies war nicht das Ende, 
sondern der Anfang aus der Asche

63
00:04:13,840 --> 00:04:18,800
des verbrannten Vogels aus den 
Überresten seines alten Lebens, 

64
00:04:18,800 --> 00:04:21,680
der. 
Erhob sich ein neuer Phönix, ein

65
00:04:21,680 --> 00:04:25,680
junger Vogel, der aus dem Tod 
des Alten hervorging? 

66
00:04:26,480 --> 00:04:30,800
In manchen Versionen entstand 
der neue Phönix unmittelbar aus 

67
00:04:30,800 --> 00:04:35,840
der Asche, in anderen zunächst 
in Gestalt eines kleinen Wurms 

68
00:04:35,840 --> 00:04:40,400
oder eines jungen Vogels, der 
aus den Überresten emporwuchs 

69
00:04:40,560 --> 00:04:43,600
und sich allmählich zu der 
vollen Pracht des Phönix 

70
00:04:43,600 --> 00:04:47,120
entwickelte. 
So vollzog sich der wunderbare 

71
00:04:47,120 --> 00:04:51,120
Kreislauf, der Tod und die 
Wiedergeburt fielen in 1 

72
00:04:51,120 --> 00:04:56,960
zusammen und aus dem Vergehen 
erwuchs unmittelbar neues Leben.

73
00:04:57,520 --> 00:05:00,760
Der junge Phönix, so erzählt 
eine besonders schöne Wendung 

74
00:05:00,760 --> 00:05:05,200
des Mythos, sammelte dann die 
Asche seines Vorgängers, formte 

75
00:05:05,200 --> 00:05:08,960
sie zu einem Ei aus 
wohlriechenden Stoffen und trug 

76
00:05:08,960 --> 00:05:13,520
dieses zu einem heiligen Ort, um
es dort feierlich Beizusetzen, 

77
00:05:13,520 --> 00:05:16,080
als. 
Eine Geste der Ehrerbietung des 

78
00:05:16,080 --> 00:05:20,080
neuen Lebens gegenüber dem 
Alten, aus dem es hervorgegangen

79
00:05:20,080 --> 00:05:23,360
war. 
Besonders eindrücklich ist, mit 

80
00:05:23,360 --> 00:05:26,800
welcher Genauigkeit die antiken 
Schriftsteller über das 

81
00:05:26,800 --> 00:05:30,000
Erscheinen des Phönix 
berichteten, als handelte es 

82
00:05:30,000 --> 00:05:33,680
sich um ein wirkliches 
geschichtliches Ereignis. 

83
00:05:34,480 --> 00:05:37,680
Ein berühmter römischer 
Geschichtsschreiber etwa 

84
00:05:37,920 --> 00:05:42,160
berichtete in seinen Annalen von
einem angeblichen Erscheinen des

85
00:05:42,160 --> 00:05:46,800
Phönix in Ägypten und Verband 
dieses Ereignis mit konkreten 

86
00:05:46,800 --> 00:05:52,000
Jahreszahlen und mit den Namen 
der herrschenden Würdenträger. 

87
00:05:52,320 --> 00:05:56,600
Er erörterte sogar gelehrt die 
widersprüchlichen Angaben über 

88
00:05:56,600 --> 00:06:00,080
die Lebens. 
Spanne des Vogels und über die 

89
00:06:00,080 --> 00:06:03,360
genaue Zahl der Jahre, die 
zwischen seinen Erscheinungen 

90
00:06:03,360 --> 00:06:08,000
verstreichen sollten. 
Diese Vermischung von Mythos und

91
00:06:08,000 --> 00:06:10,800
vermeintlicher 
Geschichtsschreibung zeigt, wie 

92
00:06:10,800 --> 00:06:14,560
ernst die Vorstellung vom Phönix
in der antiken Welt genommen 

93
00:06:14,560 --> 00:06:18,000
wurde und wie sehr sie das 
Denken der Menschen 

94
00:06:18,000 --> 00:06:22,080
beschäftigte. 
Das Erscheinen des wunderbaren 

95
00:06:22,080 --> 00:06:26,640
Vogels galt als ein bedeutsames 
Vorzeichen, als ein Ereignis von

96
00:06:26,640 --> 00:06:30,560
kosmischer Tragweite, das den 
Anbruch einer neuen Zeit 

97
00:06:30,560 --> 00:06:33,920
ankündigen mochte. 
Man verband die langen 

98
00:06:33,920 --> 00:06:37,680
Lebenszyklen des Phönix mit den 
großen Perioden der 

99
00:06:37,680 --> 00:06:41,920
Zeitrechnung, mit der Wiederkehr
bestimmter Sternkonstellationen 

100
00:06:41,920 --> 00:06:45,240
und mit der Vorstellung von 
großen Weltzeitaltern, die 

101
00:06:45,240 --> 00:06:50,640
einander ablösten. 
So wurde der Phönix nicht nur zu

102
00:06:50,640 --> 00:06:54,560
einem Sinnbild der persönlichen 
Erneuerung, sondern auch zu 

103
00:06:54,560 --> 00:06:58,640
einem Zeichen für die großen 
Rhythmen der Zeit selbst, für 

104
00:06:58,640 --> 00:07:03,200
das Ende und den Neubeginn 
ganzer Zeitalter und sein 

105
00:07:03,200 --> 00:07:07,120
seltenes Erscheinen markierte 
gleichsam die Wendepunkte in dem

106
00:07:07,120 --> 00:07:09,440
großen Kreislauf der 
Weltgeschichte. 

107
00:07:10,520 --> 00:07:14,200
Es ist faszinierend zu sehen, 
wie weit verbreitet die 

108
00:07:14,200 --> 00:07:18,400
Vorstellung von einem solchen 
Vogel der Erneuerung in den 

109
00:07:18,400 --> 00:07:22,520
Kulturen des Altertums war und 
wie sich ähnliche Bilder in 

110
00:07:22,520 --> 00:07:26,560
verschiedenen Teilen der Welt 
unabhängig voneinander oder 

111
00:07:26,560 --> 00:07:29,680
durch gegenseitige Beeinflussung
herausbildeten. 

112
00:07:30,240 --> 00:07:34,080
Schon im alten Ägypten gab es 
eine verwandte Vorstellung, den 

113
00:07:34,080 --> 00:07:37,360
Vogel binu, einen reiherartigen 
Vogel, der. 

114
00:07:37,520 --> 00:07:40,720
Der mit dem Sonnengott und mit 
der Vorstellung von Schöpfung, 

115
00:07:40,880 --> 00:07:43,840
Erneuerung und Wiedergeburt 
verbunden war. 

116
00:07:44,640 --> 00:07:49,200
Der Benou galt als Sinnbild der 
aufgehenden Sonne, die jeden 

117
00:07:49,200 --> 00:07:52,880
Morgen aufs Neue über dem 
Horizont erschien, nachdem sie 

118
00:07:52,880 --> 00:07:57,800
am Abend zuvor untergegangen war
und damit als Zeichen des ewigen

119
00:07:57,800 --> 00:08:01,120
Kreislaufs, des Werdens und 
Vergehens, der sich in der 

120
00:08:01,120 --> 00:08:05,040
täglichen Wiederkehr des Lichts 
und in der jährlichen Erneuerung

121
00:08:05,040 --> 00:08:09,360
der Natur zeigte. 
Die griechischen Schriftsteller,

122
00:08:09,360 --> 00:08:13,280
die von diesem ägyptischen Vogel
hörten, verbanden ihn mit ihren 

123
00:08:13,280 --> 00:08:16,720
eigenen Vorstellungen und 
formten daraus den Mythos vom 

124
00:08:16,720 --> 00:08:20,240
Phönix, wie er dann in der 
Griechisch römischen Welt 

125
00:08:20,240 --> 00:08:23,920
bekannt wurde. 
Auch in den Kulturen des Fernen 

126
00:08:23,920 --> 00:08:27,680
Ostens finden sich Vorstellungen
von wunderbaren, prächtigen 

127
00:08:27,680 --> 00:08:30,800
Vögeln, die. 
Die mit Glück, Erneuerung und 

128
00:08:30,800 --> 00:08:34,320
Harmonie verbunden waren, 
wenngleich diese östlichen 

129
00:08:34,320 --> 00:08:38,799
Vogelgestalten ihre ganz eigene 
Bedeutung und ihren eigenen 

130
00:08:38,799 --> 00:08:42,720
Charakter besaßen und nicht 
einfach mit dem Phönix der 

131
00:08:42,720 --> 00:08:45,600
westlichen Überlieferung 
gleichzusetzen sind. 

132
00:08:46,080 --> 00:08:49,360
In der chinesischen 
Vorstellungswelt etwa kannte man

133
00:08:49,360 --> 00:08:53,360
einen wunderbaren Vogel von 
prächtigem Gefieder, der als 

134
00:08:53,360 --> 00:08:57,360
Sinnbild für Tugend, Anmut und 
Harmonie galt. 

135
00:08:57,520 --> 00:09:01,120
Und dessen Erscheinen als ein 
glückverheißendes Zeichen 

136
00:09:01,120 --> 00:09:05,920
gedeutet wurde, als ein Hinweis 
auf eine Zeit des Friedens und 

137
00:09:05,920 --> 00:09:10,240
der guten Herrschaft. 
Dieser Vogel war eng mit der 

138
00:09:10,240 --> 00:09:14,320
Vorstellung von Eintracht und 
Gleichgewicht verbunden und galt

139
00:09:14,320 --> 00:09:17,760
als einer der bedeutendsten und 
Ehrwürdigsten unter den 

140
00:09:17,760 --> 00:09:20,080
wunderbaren Wesen der 
Überlieferung. 

141
00:09:20,960 --> 00:09:25,440
Anders als der westliche Phönix 
war er nicht so sehr mit dem Tod

142
00:09:25,440 --> 00:09:28,640
und der Wiedergeburt aus dem 
Feuer verbunden, sondern 

143
00:09:28,640 --> 00:09:32,800
vielmehr mit dem Glück der 
Schönheit und der vollkommenen 

144
00:09:32,800 --> 00:09:36,600
Harmonie. 
Als die europäischen Reisenden 

145
00:09:36,600 --> 00:09:40,160
und Gelehrten später von diesem 
östlichen Wundervogel hörten, 

146
00:09:40,240 --> 00:09:44,800
übertrugen sie auf ihn, den 
vertrauten Namen des Phönix, und

147
00:09:44,800 --> 00:09:47,920
so entstand eine Verbindung 
zwischen 2 ursprünglich 

148
00:09:47,920 --> 00:09:49,920
verschiedenen 
Vorstellungswelten. 

149
00:09:50,480 --> 00:09:54,600
Diese Begegnung der Bilder zeigt
auf schöne Weise, wie die 

150
00:09:54,600 --> 00:10:00,080
Menschen verschiedener Kulturen 
jede auf ihre eigene Art, das 

151
00:10:00,080 --> 00:10:04,720
Bedürfnis verspürten, dem 
wunderbaren, dem Vollkommenen 

152
00:10:04,720 --> 00:10:09,040
und dem Unvergänglichen in der 
Gestalt eines prächtigen Vogels 

153
00:10:09,040 --> 00:10:13,040
Ausdruck zu verleihen. 
Und wie diese Bilder im Lauf der

154
00:10:13,040 --> 00:10:16,640
Geschichte miteinander in 
Berührung kamen und sich 

155
00:10:16,640 --> 00:10:21,360
gegenseitig bereicherten. 
In dieser weiten Verbreitung 

156
00:10:21,360 --> 00:10:25,560
verwandter Bilder zeigt sich, 
wie tief das Bedürfnis der 

157
00:10:25,560 --> 00:10:30,320
Menschen verwurzelt ist, dem Tod
und dem Vergehen ein Bild der 

158
00:10:30,320 --> 00:10:35,840
Hoffnung, der Erneuerung und des
Fortbestehens entgegenzusetzen. 

159
00:10:37,240 --> 00:10:40,720
Es lohnt sich, bei der 
ägyptischen Wurzel dieses Mythos

160
00:10:40,720 --> 00:10:44,400
noch ein wenig zu verweilen, 
denn sie führt uns in eine der 

161
00:10:44,400 --> 00:10:47,960
ältesten und ehrwürdigsten 
Vorstellungswelten der 

162
00:10:47,960 --> 00:10:51,840
Menschheit. 
Der Vogel benu, jener 

163
00:10:51,840 --> 00:10:55,320
reiherartige Vogel der 
ägyptischen Überlieferung, war 

164
00:10:55,320 --> 00:10:58,800
eng mit der Heiligen Stadt 
verbunden, in der die Ägypter 

165
00:10:58,800 --> 00:11:01,600
den Sonnengott verehrten. 
Und er galt als eine 

166
00:11:01,600 --> 00:11:05,160
Erscheinungsform der Sonne 
selbst und der schöpferischen 

167
00:11:05,160 --> 00:11:08,640
Kraft, die am Anbeginn der Welt 
aus dem Urgewässer 

168
00:11:08,640 --> 00:11:12,640
hervorgegangen war. 
In den Schöpfungserzählungen der

169
00:11:12,640 --> 00:11:15,680
Ägypter spielte dieser Vogel 
eine Rolle bei der Entstehung 

170
00:11:15,680 --> 00:11:18,320
der Welt. 
Denn er soll sich auf dem ersten

171
00:11:18,320 --> 00:11:23,360
Hügel niedergelassen haben, der 
aus den Urfluten Emporstieg und 

172
00:11:23,360 --> 00:11:27,080
mit seinem Ruf das Schweigen der
Urzeit gebrochen und die 

173
00:11:27,080 --> 00:11:32,240
Schöpfung in Gang gesetzt haben.
So war der Benou zugleich ein 

174
00:11:32,240 --> 00:11:37,000
Sinnbild des Anbeginns und der 
beständigen Erneuerung, denn wie

175
00:11:37,000 --> 00:11:41,040
die Sonne jeden Morgen aufs Neue
über dem Horizont erschien und 

176
00:11:41,040 --> 00:11:45,120
das Licht zurückbrachte. 
So verkörperte der Vogel die 

177
00:11:45,120 --> 00:11:49,040
ewige Wiederkehr des Lebens und 
des Lichts. 

178
00:11:50,160 --> 00:11:54,720
Die Ägypter, deren ganzes Denken
vom Rhythmus des Nils und vom 

179
00:11:54,720 --> 00:11:58,960
täglichen Lauf der Sonne geprägt
war, sahen in diesem Vogel ein 

180
00:11:58,960 --> 00:12:02,960
Zeichen für die unvergängliche 
Ordnung des Kosmos, für die 

181
00:12:02,960 --> 00:12:06,880
verlässliche Wiederkehr des 
Lichts nach der Dunkelheit des 

182
00:12:06,880 --> 00:12:11,840
Lebens, nach dem Tod. 
Aus dieser Tiefen, mit dem 

183
00:12:11,840 --> 00:12:15,920
Sonnenkult verbundenen 
Vorstellung erwuchs jenes Bild, 

184
00:12:16,160 --> 00:12:19,680
das die Griechen später 
aufgriffen und zu dem Mythos vom

185
00:12:19,680 --> 00:12:23,600
feurigen, sich selbst 
erneuernden Vogel ausformten, 

186
00:12:23,840 --> 00:12:26,720
den wir heute als den Phönix 
kennen. 

187
00:12:27,440 --> 00:12:31,440
Der Mythos vom Phönix gewann 
seine besondere Bedeutung gerade

188
00:12:31,440 --> 00:12:34,680
dadurch, dass er zu einem 
Sinnbild wurde, das sich auf 

189
00:12:34,680 --> 00:12:38,400
vielfältige Weise deuten ließ 
und das in den 

190
00:12:38,400 --> 00:12:41,760
unterschiedlichsten 
Zusammenhängen Anwendung fand. 

191
00:12:42,560 --> 00:12:45,920
Für die Menschen des Altertums 
war der Phönix vor allem ein 

192
00:12:45,920 --> 00:12:50,640
Zeichen der Unsterblichkeit und 
des ewigen Lebens, ein Sinnbild 

193
00:12:50,640 --> 00:12:53,280
dafür, dass. 
Dass das Leben den Tod 

194
00:12:53,280 --> 00:12:57,040
überdauert, dass aus dem 
Vergehen stets Neues werden, 

195
00:12:57,120 --> 00:13:01,040
hervorgeht, in dieser Bedeutung 
wurde der Phönix zu einem 

196
00:13:01,040 --> 00:13:04,800
tröstlichen Bild angesichts der 
Vergänglichkeit allen Lebens, 

197
00:13:05,200 --> 00:13:09,360
ein Versprechen, dass das Ende 
nicht das letzte Wort sei, 

198
00:13:09,680 --> 00:13:14,400
sondern dass jeder Untergang den
Keim eines neuen anfangs in sich

199
00:13:14,400 --> 00:13:16,560
trage. 
Später wurde. 

200
00:13:16,720 --> 00:13:20,800
In der Spätantike wurde das Bild
des Phönix auch in den 

201
00:13:20,800 --> 00:13:24,800
Vorstellungswelten verschiedener
religiöser Traditionen 

202
00:13:24,800 --> 00:13:28,800
aufgegriffen und gedeutet. 
Als Sinnbild der Auferstehung 

203
00:13:28,960 --> 00:13:32,400
und des Sieges des Lebens über 
den Tod. 

204
00:13:33,680 --> 00:13:37,000
So wanderte das Bild des 
wiedergeborenen Vogels durch die

205
00:13:37,000 --> 00:13:40,480
Jahrhunderte und durch die 
verschiedenen Kulturen und 

206
00:13:40,480 --> 00:13:45,680
religiösen Traditionen, und es 
behielt dabei stets seinen Kern.

207
00:13:46,080 --> 00:13:49,520
Die Vorstellung von der 
Erneuerung, von der Überwindung 

208
00:13:49,520 --> 00:13:54,080
des Todes, von der Hoffnung, die
aus der Asche der Zerstörung 

209
00:13:54,080 --> 00:13:59,440
Emporsteigt, bis in unsere 
heutige Zeit hat sich dieses 

210
00:13:59,440 --> 00:14:03,760
Bild bewahrt, und es ist zu 
einem festen Bestandteil unserer

211
00:14:03,760 --> 00:14:09,200
Sprache und unseres Denkens 
geworden, ein Sinnbild für jede 

212
00:14:09,200 --> 00:14:13,440
Form der Wiederauferstehung des 
Neubeginns nach dem Scheitern. 

213
00:14:13,840 --> 00:14:19,600
Der Hoffnung, inmitten der 
Zerstörung das Bild des Phönix 

214
00:14:19,760 --> 00:14:23,280
hat über die Jahrhunderte hinweg
eine außerordentliche 

215
00:14:23,280 --> 00:14:26,920
Anziehungskraft auf die 
Künstlerinnen und Künstler, die 

216
00:14:26,920 --> 00:14:32,720
Dichter und die Gelehrten aller 
Epochen ausgeübt und ist zu 

217
00:14:32,720 --> 00:14:36,640
einem der beliebtesten und 
bedeutungsreichsten Sinnbilder 

218
00:14:36,640 --> 00:14:39,280
der abendländischen Kultur 
geworden. 

219
00:14:40,160 --> 00:14:44,560
In der Bildenden Kunst wurde der
Wiedergeborene Vogel unzählige 

220
00:14:44,560 --> 00:14:49,080
Male dargestellt, oft inmitten 
der Flammen seines brennenden 

221
00:14:49,080 --> 00:14:54,240
Nestes die Flügel ausgebreitet 
im Begriff, sich aus dem Feuer 

222
00:14:54,240 --> 00:14:58,240
zu erheben. 
Als Sinnbild der Unsterblichkeit

223
00:14:58,240 --> 00:15:01,920
und der Auferstehung fand er 
Eingang in die religiöse Kunst 

224
00:15:01,920 --> 00:15:06,240
und Symbolik und als Zeichen der
Erneuerung und des 

225
00:15:06,240 --> 00:15:10,560
unzerstörbaren Lebens schmückte 
er Wappen, Embleme und 

226
00:15:10,560 --> 00:15:12,800
Sinnbilder der 
unterschiedlichsten Art. 

227
00:15:13,600 --> 00:15:17,520
Städte, die nach großen Bränden 
oder Katastrophen wieder 

228
00:15:17,520 --> 00:15:21,920
aufgebaut wurden, wählten den 
Phönix als Sinnbild ihrer 

229
00:15:21,920 --> 00:15:25,680
Wiedergeburt und ihres 
ungebrochenen Lebenswillens die.

230
00:15:25,920 --> 00:15:29,520
Denn kein Bild drückte die 
Hoffnung auf einen Neubeginn 

231
00:15:29,600 --> 00:15:34,160
nach der Zerstörung treffender 
aus als jener Vogel, der aus 

232
00:15:34,160 --> 00:15:39,600
seiner eigenen Asche aufersteht.
In der Dichtung wurde der Phönix

233
00:15:39,600 --> 00:15:43,680
zum Bild für die unsterbliche 
Liebe, für die Einzigartigkeit, 

234
00:15:43,760 --> 00:15:46,320
für das wunderbare und das 
seltene. 

235
00:15:46,720 --> 00:15:51,200
Und Dichter aller Zeiten haben 
sich seiner bedient, um das 

236
00:15:51,200 --> 00:15:55,760
Unvergängliche und das beständig
sich Erneuernde zu besingen. 

237
00:15:56,800 --> 00:16:00,920
So hat dieses uralte Bild durch 
alle Wandlungen der Zeiten 

238
00:16:00,920 --> 00:16:05,040
hindurch seine Lebendigkeit 
bewahrt und ist bis in unsere 

239
00:16:05,040 --> 00:16:08,960
Gegenwart hinein eine kraftvolle
Metapher geblieben, die wir 

240
00:16:08,960 --> 00:16:13,280
verwenden, wann immer wir von 
einem Aufstieg aus tiefem Fall. 

241
00:16:13,600 --> 00:16:17,280
Von einem Neubeginn nach 
scheinbar endgültigem Ende 

242
00:16:17,280 --> 00:16:20,640
sprechen wollen. 
Es ist auch reizvoll, einen 

243
00:16:20,640 --> 00:16:24,360
Augenblick über den Namen dieses
Wesens nachzudenken, denn das 

244
00:16:24,360 --> 00:16:28,480
Wort, mit dem die Griechen den 
wunderbaren Vogel bezeichneten, 

245
00:16:28,640 --> 00:16:32,240
trug mehrere Bedeutungen in 
sich, die auf eigentümliche 

246
00:16:32,240 --> 00:16:34,400
Weise miteinander verwoben 
waren. 

247
00:16:34,800 --> 00:16:38,640
Dasselbe Wort bezeichnete 
nämlich auch eine leuchtend rote

248
00:16:38,640 --> 00:16:43,240
oder purpurne Farbe. 
Jenen kostbaren Farbton, der in 

249
00:16:43,240 --> 00:16:45,520
der Antike so hoch geschätzt 
wurde. 

250
00:16:45,760 --> 00:16:48,480
Und es verwies zugleich auf die 
Dattelpalme. 

251
00:16:49,520 --> 00:16:54,080
So klang in dem Namen des Vogels
zugleich seine prächtige, feurig

252
00:16:54,080 --> 00:16:57,360
schimmernde Farbe an und 
vielleicht auch eine Verbindung 

253
00:16:57,360 --> 00:17:01,760
zu jenem Baum, der selbst ein 
Sinnbild der Fruchtbarkeit und 

254
00:17:01,760 --> 00:17:05,839
des langen Lebens war. 
In dieser Vielschichtigkeit des 

255
00:17:05,839 --> 00:17:08,880
Namens spiegelt sich die 
Vielschichtigkeit des Mythos 

256
00:17:08,880 --> 00:17:12,800
selbst, der das Feuer und die 
Farbe, das Leben und die 

257
00:17:12,800 --> 00:17:15,920
Erneuerung in einem einzigen 
Bild vereinte. 

258
00:17:16,720 --> 00:17:19,599
Solche feinen sprachlichen 
Verflechtungen erinnern uns 

259
00:17:19,599 --> 00:17:23,920
daran, wie eng in den alten 
Kulturen die Worte, die Bilder 

260
00:17:24,000 --> 00:17:27,680
und die Vorstellungen 
miteinander verwoben waren und 

261
00:17:27,680 --> 00:17:31,600
wieviel Bedeutung sich oft in 
einem einzigen Namen verbarg. 

262
00:17:32,280 --> 00:17:35,880
Man hat sich oft gefragt, woher 
die Menschen des Altertums die 

263
00:17:35,880 --> 00:17:38,480
Vorstellung von einem solchen 
Vogel nahmen. 

264
00:17:38,800 --> 00:17:42,800
Und manche haben vermutet, dass 
hinter dem Mythos auch eine 

265
00:17:42,800 --> 00:17:46,080
genaue Beobachtung der Natur 
verborgen liegen könnte. 

266
00:17:46,400 --> 00:17:50,080
Denn der Gedanke vom Tod, der 
unmittelbar neues Leben 

267
00:17:50,080 --> 00:17:53,920
hervorbringt, findet sich 
überall in der lebendigen Welt, 

268
00:17:54,640 --> 00:17:59,120
da ist das Samenkorn, das in die
Erde fällt und vergeht damit aus

269
00:17:59,120 --> 00:18:01,840
ihm. 
Eine neue Pflanze emporwachsen 

270
00:18:01,840 --> 00:18:06,800
kann, da ist das Feuer, das 
einen Wald verheert und doch den

271
00:18:06,800 --> 00:18:09,040
Boden für neues Wachstum 
bereitet. 

272
00:18:09,200 --> 00:18:13,120
Denn manche Pflanzen brauchen 
geradezu die Hitze des Feuers, 

273
00:18:13,200 --> 00:18:17,200
damit ihre Samen aufspringen und
keimen können. 

274
00:18:18,000 --> 00:18:20,880
Da ist das Schauspiel des 
Schmetterlings, der sich in 

275
00:18:20,880 --> 00:18:25,040
seiner Puppe gleichsam auflöst, 
um in völlig verwandelter, 

276
00:18:25,040 --> 00:18:27,520
prächtiger Gestalt wieder 
hervorzugehen. 

277
00:18:28,480 --> 00:18:33,040
Überall in der Natur begegnet 
dem aufmerksamen Auge dieses 

278
00:18:33,040 --> 00:18:37,360
Wunder der Verwandlung, dieser 
enge Zusammenhang von Vergehen 

279
00:18:37,360 --> 00:18:40,800
und werden, von Zerstörung und 
Erneuerung. 

280
00:18:41,600 --> 00:18:45,040
Vielleicht ist der Mythos vom 
Phönix gerade aus solchen 

281
00:18:45,040 --> 00:18:49,360
Beobachtungen erwachsen, aus dem
Staunen der Menschen über die 

282
00:18:49,360 --> 00:18:53,600
unerschöpfliche Fähigkeit des 
Lebens, sich aus dem Untergang 

283
00:18:53,600 --> 00:18:56,720
heraus immer wieder neu 
hervorzubringen. 

284
00:18:57,360 --> 00:19:01,520
In jedem Fall hat der Mythos 
diese tiefe Wahrheit der Natur 

285
00:19:01,680 --> 00:19:06,960
in ein einziges, unvergessliches
Bild gefasst und sie damit den 

286
00:19:06,960 --> 00:19:11,120
Menschen aller Zeiten zugänglich
gemacht, auf eine Weise, die 

287
00:19:11,120 --> 00:19:15,280
unmittelbarer zu Herzen geht als
jede nüchterne Beschreibung. 

288
00:19:16,080 --> 00:19:19,280
Wenn wir über die tiefere 
Bedeutung dieses Mythos 

289
00:19:19,280 --> 00:19:23,680
nachdenken, so erkennen wir, 
dass er etwas Wesentliches über 

290
00:19:23,680 --> 00:19:27,040
die Natur des Lebens selbst 
ausspricht. 

291
00:19:27,680 --> 00:19:31,920
Denn der Kreislauf von Sterben 
und werden, von Vergehen und 

292
00:19:31,920 --> 00:19:35,280
Erneuerung, den der Phönix 
verkörpert, ist nicht nur ein 

293
00:19:35,280 --> 00:19:40,320
schönes Bild, sondern entspricht
einer tiefen Wahrheit der Welt, 

294
00:19:40,480 --> 00:19:44,720
die uns umgibt. 
Überall in der Natur begegnet 

295
00:19:44,720 --> 00:19:48,760
uns dieser Kreislauf im Wechsel 
der Jahreszeiten, in dem die 

296
00:19:48,760 --> 00:19:53,280
Natur im Herbst zu sterben 
scheint, um im Frühling zu neuem

297
00:19:53,280 --> 00:19:56,640
Leben zu erwachen. 
Im täglichen Untergang und 

298
00:19:56,640 --> 00:20:00,960
Wiederaufgang der Sonne in dem 
Unaufhörlichen werden und 

299
00:20:00,960 --> 00:20:04,320
vergehen, das alles Lebendige 
durchzieht. 

300
00:20:05,600 --> 00:20:08,160
Der Phönix ist gleichsam die 
Verdichtung dieser 

301
00:20:08,160 --> 00:20:12,480
allgegenwärtigen Erfahrung in 
ein einziges kraftvolles Bild, 

302
00:20:12,800 --> 00:20:15,920
und gerade darin liegt seine 
bleibende Kraft. 

303
00:20:16,720 --> 00:20:21,280
Er erinnert uns daran, dass auch
in den dunkelsten Zeiten, in den

304
00:20:21,280 --> 00:20:24,160
Augenblicken scheinbar 
vollständigen Niedergangs. 

305
00:20:24,480 --> 00:20:28,160
Der Keim eines neuen Anfangs 
verborgen liegt, dass auf jeden 

306
00:20:28,160 --> 00:20:32,400
Winter ein Frühling folgt, auf 
jede Nacht ein Morgen und dass 

307
00:20:32,400 --> 00:20:36,400
das Leben eine unerschöpfliche 
Fähigkeit zur Erneuerung 

308
00:20:36,400 --> 00:20:39,280
besitzt. 
Es ist ein Bild von großem 

309
00:20:39,280 --> 00:20:43,120
Trost, gerade für jene 
Augenblicke, in denen wir das 

310
00:20:43,120 --> 00:20:46,920
Gefühl haben, alles sei 
verloren, denn es spricht von 

311
00:20:46,920 --> 00:20:50,640
der Möglichkeit, aus der Asche 
des alten etwas Neues, 

312
00:20:50,880 --> 00:20:53,840
vielleicht sogar etwas Schöneres
erstehen zu lassen. 

313
00:20:54,320 --> 00:20:58,640
Und in diesem uralten Bild von 
Erneuerung und Wiedergeburt 

314
00:20:58,640 --> 00:21:02,320
liegt vielleicht auch eine leise
Mahnung und ein Hinweis für 

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unsere eigene Zeit verborgen. 
Denn die Natur, die uns dieses 

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00:21:07,280 --> 00:21:11,240
Bild des ewigen Kreislaufs vor 
Augen führt, mit ihren 

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00:21:11,240 --> 00:21:15,320
wiederkehrenden Jahreszeiten und
ihrer wunderbaren Fähigkeit zur 

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00:21:15,320 --> 00:21:18,880
Erneuerung, ist kein 
selbstverständlicher und 

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00:21:18,880 --> 00:21:23,040
unerschöpflicher Besitz. 
Der Kreislauf des Werdens und 

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00:21:23,040 --> 00:21:25,720
Vergehens. 
Der das Leben auf unserem 

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Planeten trägt, beruht auf einem
feinen Gleichgewicht, das Wir 

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bewahren müssen, damit auch in 
Zukunft aus dem Vergehen stets 

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00:21:33,840 --> 00:21:38,960
neues Leben erwachsen kann. 
Der Phönix, der aus seiner Asche

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00:21:38,960 --> 00:21:43,240
aufsteigt, kann uns daran 
erinnern, dass die Fähigkeit zur

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00:21:43,240 --> 00:21:47,280
Erneuerung kostbar ist und dass 
wir die Bedingungen schützen 

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00:21:47,280 --> 00:21:51,120
sollten, unter denen das Leben 
sich immer wieder neu 

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00:21:51,280 --> 00:21:55,600
hervorbringen kann. 
Während du nun langsam zur Ruhe 

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kommst und die Bilder dieser 
Reise in dir nachklingen läßt, 

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00:21:59,760 --> 00:22:03,760
den prächtigen Vogel mit seinem 
golden und purpuren schimmernden

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00:22:03,760 --> 00:22:07,640
Gefieder das duftende Nest aus 
Myrrhe und Weihrauch, die 

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00:22:07,640 --> 00:22:10,960
Flammen, aus denen neues Leben 
emporsteigt. 

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00:22:11,360 --> 00:22:15,520
Lass dich von der Tröstlichen 
Botschaft dieses uralten Mythos 

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00:22:15,760 --> 00:22:19,440
in einen ruhigen und tiefen 
Schlaf tragen. 

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00:22:20,800 --> 00:22:25,200
Mögen die Bilder von Erneuerung 
und Hoffnung, die der Phönix 

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00:22:25,200 --> 00:22:29,840
verkörpert, dich sanft in den 
Schlaf begleiten, indem auch wir

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00:22:29,840 --> 00:22:35,120
uns Nacht für Nacht erneuern, um
am Morgen gestärkt zu neuem 

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00:22:35,120 --> 00:22:39,600
Leben zu erwachen. 
Die Welt der Mythen ist voll von

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00:22:39,600 --> 00:22:42,960
solchen tröstlichen Bildern, die
uns von der unerschöpflichen 

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00:22:42,960 --> 00:22:48,400
Kraft des Lebens erzählen, 
Schlaf gut, Ruhe sanft. 

340
00:22:48,880 --> 00:22:52,480
Und bis zur nächsten Folge 
unserer gemeinsamen Reise durch 

341
00:22:52,480 --> 00:22:55,200
die Mythen und Legenden dieser 
Welt.

